Die 10 häufigsten Irrtümer im Mietrecht

Zwischen Vermieter und Mieter kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, weil die Rechten und Pflichten nicht bekannt sind. Diese Mietrechtsirrtümer führen dazu, dass Mieter teilweise ihre Rechte nicht wahrnehmen, weil sie glauben, dass der Vermieter im Recht sei. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die 10 häufigsten Mythen im Mietrecht.

1. Beim Auszug muss man nicht renovieren, wenn dies beim Einzug gemacht wurde

Das stimmt nicht. Denn wenn im Mietvertrag eine wirksame Renovierungspflicht steht, muss der Mieter nochmal beim Auszug die Wohnung renovieren. Anders verhält es sich, wenn im Mietvertrag die Anfangsrenovierung und die laufenden Schönheitsreparaturen vorgeschrieben sind. Diese Klausel ist nicht zulässig.

2. Die Mietminderung muss vom Vermieter genehmigt werden

Nein, eine Mietminderung müssen Sie nicht beim Vermieter anmelden oder gar beantragen. Solange ein erheblicher Mangel in der Wohnung vorliegt, hat jeder Mieter das Recht die Miete zu kürzen. Allerdings müssen Sie dem Vermieter den Mangel schriftlich mitteilen und eine angemessene Frist zur Beseitigung lassen. Die Mietminderung können Sie ab dem Zeitpunkt vornehmen, an dem der Vermieter Kenntnis von dem vorliegenden Mangel hat. Gekürzt wird immer von der Warmmiete, was vielen Leuten nicht bekannt ist.

3. Alle Mieter müssen vom Vermieter gleich behandelt werden

Im Mietrecht gibt es keinen Gleichheitsgrundsatz, daher darf der Vermieter einer Mietpartei die Untervermietung erlauben und einer anderen nicht. Außerdem gibt es teilweise unterschiedlichen Miethöhen für gleichwertige Wohnungen in einem Mietshaus. Dies ist rechtlich erlaubt.

4. Man braucht keine Erlaubnis vom Vermieter für den Einzug des Lebensgefährten

Auch diese Annahme gehört zu den Irrtümer im Mietrecht. Der Vermieter muss um Erlaubnis gefragt werden, da ein Lebensgefährte als Dritter gilt. Bei Dritten darf die Wohnung nicht ohne die Erlaubnis des Vermieters überlassen werden. Allerdings hat man in der Regel einen Anspruch auf die Erteilung der Erlaubnis. Der Vermieter kann nur durch wichtige Gründe, wie die Überbelegung der Wohnung, die wilde Ehe unterbinden.

5. Man hat ein Vorkaufsrecht, wenn die Wohnung verkauft wird

Die kann pauschal nicht gesagt werden. Tatsächlich hat man ein gesetzliches Vorkaufsrecht, wenn die Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt wird. Anders verhält es sich, wenn Sie in eine vermietete Eigentumswohnung ziehen und bei dieser der Besitzer wechselt. Hier besteht kein Vorkaufsrecht. Außerdem besteht kein Vorkaufsrecht, wenn die Wohnung vom Vermieter an Familienangehörige verkauft oder verschenkt wird.

In unserem Blogbeitrag erfahren Sie mehr zum Thema Vorkaufsrecht durch den Mieter.

6. Eine Kündigung kann per E-Mail oder Fax erfolgen

Dies ist leider trotz der modernen Kommunikationsmittel nicht möglich. Eine Kündigung muss immer schriftlich per Brief erfolgen, da eine eigenhändige Unterschrift vom Gesetz verlangt wird. Daher sind Kündigungsschreiben per E-Mail oder Fax, auch von Seiten des Vermieters, unwirksam. Dies wurde in der Mietrechtsform von 2001 nochmals bestätigt.

7. Man darf seinen Eltern die Wohnung überlassen

Die Überlassung der Wohnung an die Eltern gehört auch zu den Mythen im Mietrecht, denn die Eltern haben nicht das Recht, in den Mietvertrag ihrer Kinder einzutreten. Bei einem Todesfall verhält es sich anders. Dann geht das Mietverhältnis automatisch an den Partner oder die Erben über. Auch kann das Mietverhältnis vorgesetzt werden, wenn der Erbe in der Wohnung gelebt hat. Hat der Erbe nicht dort gelebt, kann ihn der Vermieter nach einer dreimonatigen Frist den Mietvertrag kündigen.

8. Man kommt aus dem Mietvertrag raus, wenn man drei Nachmieter stellt

Leider lässt sich dieses Gerücht nicht ausrotten. Der Mieter muss auf alle Fälle die Kündigungsfrist von drei Monaten einhalten. Also kommt ein Nachmieter nur in Frage, wenn die Kündigungsfrist länger ist. Steht eine Nachmieterklausel im Mietvertrag, muss sich der Vermieter allerdings nicht darauf einlassen. Nur wenn sogenannte Härtegründe, wie wenn der Mieter in ein Altersheim muss oder durch Familienzuwachs die Wohnung zu klein wird, kann sich der Mieter darauf berufen. Hier muss der Vermieter einen Nachmieter ausnahmsweise akzeptieren.

9. Die Kaution darf abgewohnt werden

Ein Aufrechnen der letzten Monatsmieten vor einem Auszug ist nicht zulässig. Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung, die dem Vermieter als Faustpfand dient, wenn die Wohnung Schäden aufweist oder die Schönheitsreparaturen vom Mieter nicht durchgeführt werden.

Wenn Sie mehr über Höhe, Rechte und Pflichten erfahren möchten, dann lesen Sie unseren Blogbeitrag zur Mietkaution.

10. Man darf einmal im Monat lautstark bis zum frühen Morgen feiern

Laut Hausordnung und dem Landesimmissionsschutzgesetz gilt ausnahmslos eine Nachtruhe von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens. In dieser Zeit ist nur Zimmerlautstärke erlaubt. Es gibt auch kein Sonderrecht bei Feiern wie Hochzeit, Examen oder sonstigen Festlichkeiten.