Aldi baut Wohnungen in Berlin – Darum wird der Discounter zum Vermieter

Der Trend steigender Mieten in deutschen Ballungsräumen wird auch 2018 nicht zu Ende sein. Trotz Mietpreisbremse müssen sich Mieter weiterhin auf steigende Mietpreise gefasst machen. Besonders extrem zeigt sich das in Berlin, denn hier fehlt es zusätzlich an günstigem Wohnraum in den beliebten Kiezen der Innenstadt. Jetzt scheint ausgerechnet der Discounter Aldi mit einem Lösungsansatz daher zu kommen. Aber was genau verbirgt sich hinter Aldis Vorhaben, neue Wohnungen in Berlin zu bauen?

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Inhaltsverzeichnis

1 – So will Aldi neuen Wohnraum schaffen
2 – Neues Baurecht fordert mehr Wohnungsbau
3 – Vorteil für Aldi dank Mischkalkulation


So will Aldi neuen Wohnraum schaffen

2000 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren errichtet werden. Besonders daran ist, dass diese auf den Flächen bereits vorhandener Aldi-Märkte entstehen sollen. Aufgrund von Sortimentswechsel und einem neuen Filialkonzept will der Discounter seine vorhandenen Läden vergrößern. Dafür müssen diese abgerissen und neu gebaut werden und die Wohnhäuser darüber gleich mit. Auf lange Sicht sind 30 solcher Standorte geplant. Die ersten beiden Projekte werden im trendigen Neukölln und in Lichtenberg durchgeführt.

Ganz im Sinne eines Discounter sollen die Wohnungen günstig vermietet werden. 30 % davon sind als dringend benötigte Sozialwohnungen geplant, die zu 6,50 € pro Quadratmeter vermietet werden sollen. Aber auch die restlichen Wohnungen sollen einen Quadratmeterpreis von 10 € nicht übersteigen. Damit liegt die Miete ganz klar unter dem momentanen Durchschnitt dieser Lagen in Berlin.

Neues Baurecht fordert mehr Wohnungsbau

Einer der Gründe, warum Aldi in den Immobilienmarkt einsteigt, sind die Beschränkungen des Berliner Senats. Dieser macht die Ansiedlung neuer flacher Ladenflächen schwieriger, denn in der Berliner Koalitionsvereinbarung wurde eine Verdichtung von Wohnraum sowie eine Hybridnutzung von Gebäuden festgeschrieben.

Das Unternehmen muss also seinen Teil dazu beitragen, neuen Wohnraum zu schaffen und statt den Raum über den Märkten und Parkplätzen zu verschwenden, wird dieser für Neubauten genutzt. Lidl hat bereits ein ähnliches Projekt in Berlin gestartet und auch in Hamburg wurden bereits Ladenflächen auf diese Art genutzt. Mit 2.000 Wohnungen geht Aldi jedoch weit über bisherige Wohnbauprojekte hinaus.

Vorteil für Aldi dank Mischkalkulation

Natürlich ergeben sich aus dem Vorhaben auch zahlreiche Vorteile für Aldi. Die neu gebauten Märkten werden größer als vorher und bieten somit ein größeres Sortiment und Umsatzpotential. Zudem befinden sich potentielle Kunden buchstäblich vor der Haustür.

Die Grundstücke bleiben auch weiterhin im Besitz von Aldi. Ob der Discounter dabei selbst auch als Vermieter auftritt ist noch nicht sicher. Denkbar ist die Beauftragung einer Wohnungsverwaltungsfirma.

Berlin wird wahrscheinlich nicht die einzige Stadt sein, in der dieses Vorhaben durchgeführt wird. Es ist sehr gut vorstellbar, dass man bald auch in wachsenden Metropolen wie Hamburg und München Wohnhäuser auf Aldimärkten sehen kann. Zudem ist davon auszugehen, dass andere namhafte Einzelhandelsketten nachziehen, vor allem wenn noch mehr Großstädte ähnliche Vorgaben an die Bebauung innerstädtischen Wohnraums stellen wie Berlin.

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