Altersgerechtes Wohnen – So schafft man ein barrierefreies Zuhause

Wie wohnt man am besten im Alter? Wenn ab einem bestimmten Alter der Alltag nicht mehr so leicht von der Hand geht und bestimmte Griffe schwerer fallen, stellt sich die Frage, wie man seine Wohnung altersgerecht umbauen kann. Denn viele Senioren wohnen seit Jahren in ihrem Haus oder der Wohnung und hängen an ihren eigenen vier Wänden. Aber wie verhindert man, dass Treppenstufen zu Hindernissen oder Teppichkanten zu Stolperfallen werden? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Wohnumfeld umzubauen, sodass ein altersgerechtes und eigenständiges Wohnen zu Hause möglich ist.


Inhaltsverzeichnis

1 – Maßnahmen für eine barrierefreie Wohnung
2 – Welche Unterstützung bietet der Staat?
3 – Den Umbau vom Vermieter fordern


Maßnahmen für eine barrierefreie Wohnung

Um eine altersgerechte Wohnung zu gestalten, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Dies fängt schon im Eingangsbereich an, da das Haus meistens nur über eine Treppe zu erreichen ist. Laut Experten wird ein Hublift oder eine Rampe empfohlen. Dabei ist zu beachten, dass eine Rampe nur ein geringes Gefälle haben darf. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der Zugang gut ausgeleuchtet und im Idealfall auch überdacht ist.

Was ist bei einer altersgerechten Küche zu beachten? Sehr wichtig ist eine unterfahrbare Arbeitsfläche in der passenden Höhe. Damit sind das Kochen sowie das Gemüseschneiden im Sitzen möglich. Bei einem Backofen besteht die Möglichkeit eine Variante mit komplett umschwenkbaren Türen zu wählen. Leicht erhöht sollte der Geschirrspüler angebracht werden, damit dieser im Sitzen ein- und ausgeräumt werden kann. Anstelle der üblichen Regale empfiehlt sich für Senioren Apothekerschränke. Diese können horizontal ausgezogen werden, wodurch man auch an die Gegenstände gelangt, die weiter hinten stehen.

Auch das Schlafzimmer bietet im Alter einige Hürden, wie der Kleiderschrank oder das Aufstehen aus dem Bett. Beim Kauf eines Bettes sollten ältere Menschen darauf achten, dass es eine angenehme Höhe zum Aufstehen und Hinsetzen bietet. Zudem sollte seitlich neben dem Bett bis zu 150 Zentimeter Platz sein, damit Senioren mit Rollstuhl oder Gehhilfe ausreichend Platz haben an das Bett heranzufahren. Beim Kleiderschrank sollten die Kleiderstangen so angebracht werden, dass sie sich auf Griffhöhe der Senioren befinden. Ein Garderobenlift ist eine technische Möglichkeit, der das Herausholen der Kleider erleichtert. Dieser Lift lässt sich auch nachträglich in den Schrank einbauen. Durch eine Fernbedienung oder einen Hebel wird die Stange mit den Kleidungsstücken automatisch aus dem Schrank herausgeklappt.



Welche Unterstützung bietet der Staat?

Bevor Sie mit einem altersgerechten Umbau beginnen, sollten Sie sich informieren, welche Fördermöglichkeiten der Staat für diesen Umgang bietet. Gefördert werden unter anderem: die Überwindung von Treppen und Stufen, ein barrierefreier Badumbau, die Umgestaltung der Raumgeometrie sowie Wege zu Gebäuden und Außenanlagen. So können pro Wohnung bis zu 6.250 Euro für die Reduzierung der Barrieren, bis zu 1.500 Euro für den Einbruchsschutz und bis 4.000 Euro Pflegekosten von der Krankenkasse zum Beispiel für den Einbau eines Treppenliftes beantragt werden.



Können Mieter einen Umbau vom Vermieter fordern?

Bevor der Mieter einen altersgerechten Umbau in der gemieteten Wohnung vornehmen darf, benötigt er die Zustimmung des Eigentümers. Sollte ein berechtigtes Interesse an dem Umbau bestehen, um zum Beispiel eine behindertengerechte Nutzung zu gewährleisten, kann der Mieter eine Zustimmung verlangen. Bei der Entscheidung werden die Seiten aller Beteiligten berücksichtigt. Erhält der Mieter die Zustimmung für den Umbau, darf er sie bei einem eventuellen Auszug nicht einfach so hinterlassen. Je nach Absprache muss er den alten Zustand der Wohnung wiederherstellen. Der Vermieter ist auch berechtigt eine Sicherheit zu verlangen.