Streit mit dem Nachbar – So lösen Sie Konflikte

Eigentlich heißt es, dass es zu Hause am schönsten ist. Aber dies trifft leider nicht immer zu, wenn ein lärmender Nachbar die Ruhe stört. Zu den häufigsten Gründen für einen Nachbarschaftsstreit gehört die Lärmbelästigung. So freut man sich beispielsweise auf ein erholsames Wochenende, doch der Nachbar mäht schon am Samstagmorgen den Rasen. Oder in der Nacht zum Sonntag dröhnt lauter Partylärm aus der Nachbarwohnung. Vielleicht ist es auch das Hundegebell oder Kindergeschrei im Treppenhaus, was zu Meinungsverschiedenheiten führt. Dies sind nur einige Gründe, aus denen schnell ein Nachbarschaftsstreit entstehen kann. Doch wie verhält man sich richtig? Nachfolgend zeigen wir Ihnen am Beispiel von Lärmbelästigungen, wie Sie sich in einem Konflikt mit dem Nachbarn am besten verhalten.


Inhaltsverzeichnis

1 – Das Gespräch suchen
2 – Einen Vermittler hinzu ziehen
2 – Gericht als letzte Instanz?


Das Gespräch suchen

Am besten ist es, wenn Sie das Gespräch mit dem Nachbar suchen und offen über die Probleme sprechen. Machen Sie klar, wie sehr der vermeintliche Ruhestörer Ihr Nervenkostüm strapaziert. Bleiben Sie dabei aber ruhig und tragen Sie die Probleme sachlich vor. Vielleicht ist sich Ihr Nachbar über die Lärmbelästigung gar nicht im Klaren. Damit auch Sie Ihren Nachbarn verstehen, versuchen Sie einmal die Perspektive zu wechseln und sich in dessen Lage zu versetzen. Der erste Schritt zur Konfliktlösung ist ein Kompromiss. Muss zum Beispiel Klavierspielen geübt werden, können feste Zeiten vereinbart werden. Damit wissen Sie, wann Sie mit einem erhöhten Geräuschpegel rechnen können.

Einen Vermittler hinzu ziehen

Sollte das persönliche Gespräch mit den Nachbarn keine Lösung bringen, sollten Sie einen neutralen Vermittler hinzuziehen. Dies kann zum Beispiel ein Nachbar sein, der beide Personen kennt. Zudem besteht die Möglichkeit, einen professionellen Mediator zur Unterstützung hinzuzuholen. Oftmals bleibt es so bei einer außergerichtlichen Streitschlichtung. Selbstverständlich sollten Sie von dem Mediator keine Patentlösung erwarten. Vielmehr wird er versuchen zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Außerdem wird er Ihnen und dem Nachbar Vorschläge unterbreiten, wie der bestehende Konflikt beigelegt werden kann. Aber welche Ziele letztendlich zur einer Aussöhnung beitragen sollen, müssen Sie und Ihr Nachbar selbst entscheiden.

Gericht als letzte Instanz?

Können Sie sich auch mit Unterstützung des Vermittlers nicht einigen, muss der Streit nicht unweigerlich vor Gericht führen. Legen Sie ein sogenanntes Lärmprotokoll an und protokollieren Sie den Intensitätsgrad der Lärmbelästigung sowie den Zeitpunkt. Legen Sie dieses Protokoll dem Vermieter vor. Damit bekommt der Vermieter einen guten Einblick in die Streitigkeiten, so dass er die Situation besser nachvollziehen und einschätzen kann. Kommt es dabei zu Verstößen gegen das geltende Mietrecht oder die Hausordnung, kann der Vermieter als höhere Instanz den Mieter abmahnen. Zudem hat er im Wiederholungsfall sogar die Möglichkeit, das Mietverhältnis mit dem Ruhestörer zu beenden. Erst wenn auch diese Lösungsversuche gescheitert sind, kann der Weg zum Anwalt sowie eine Anzeige als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden.