Die Mietbürgschaft – Alternative zur Mietkaution

Ein Umzug stellt eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung dar. Neben den Umzugskosten selbst müssen eventuelle Schönheitsreparaturen durchgeführt werden, soweit diese im Mietvertrag festgelegt wurden und die letzte Nebenkostenabrechung kommt auch noch hinzu. Mit unserem Umzugsrechner bietet Movinga ein einfaches und schnelles Tool, um Ihren Umzug kostengünstig zu berechnen. Einen sehr wichtigen, nicht zu unterschätzenden finanziellen Baustein bei der Umzugsplanung stellt zusätzlich die Mietkaution dar. Diese muss in den allermeisten Fällen bereits vor Einzug an den Vermieter entrichtet oder bereitgestellt werden. Statt die Kaution bar zu bezahlen, stehen Mietern verschiedene andere finanzielle Möglichkeiten in Form einer Mietbürgschaft zur Verfügung.


Inhaltsverzeichnis

1 – Mietkaution: Die Rechtslage
2 – Alternative Mietbürgschaft
3 – Arten der Mietbürgschaft
3.1 – Selbstschuldnerische Bürgschaft und Ausfallbürgschaft
3.2 – Elternbürgschaft und Privatpersonenbürgschaft
3.3 – Bankbürgschaft
3.4 – Mietkautionsversicherung
4 – Was zu beachten ist
5 – Ende der Mietbürgschaft


Mietkaution – Die Rechtslage

Vermieter dürfen zur Absicherung Ihrer Forderungen an Mieter Mietsicherheiten in Form einer Kautionszahlung verlangen. Diese Kaution sichert den Vermieter gegenüber Schäden an der Wohnung, Mietausfällen oder anderen finanziellen Schäden wie nicht bezahlter Nebenkostenabrechnung ab. Diese Zahlung wird vertraglich vereinbart. Dabei ist zu beachten, dass die Mietkaution die 3-fache Monatsmiete nicht übersteigen darf. Betriebskosten zählen nicht dazu. Ferner ist es dem Mieter gestattet diese Sicherheitsleistung an den Vermieter als Kaution in 3 Monatsraten zu entrichten.
Alles Wichtige zum Thema erhalten Sie in unserem Artikel zur Mietkaution.

Alternative Mietbürgschaft

Die 1. Rate der Mietkaution muss bei Barzahlung gleich zu Beginn des Mietverhältnisses geleistet werden. Bei Nichteinhaltung dieser Vereinbarung steht es dem Vermieter frei, das Mietverhältnis fristlos zu kündigen. Mehr und mehr wurde in den letzten Jahren von Mietern auf eine Mietkautionsbürgschaft zurückgegriffen, um diese finanziellen Belastung zu umgehen.

Arten der Mietbürgschaft

Grundsätzlich eignet sich eine Mietkautionsbürgschaft für alle Mieter. Ob die Mietsache privat oder gewerblich genutzt wird, ist dabei völlig egal. Ein gemeinsames Ziel verfolgen alle Mieter auf jeden Fall: Barzahlung soll bei Mietkautionszahlungen vermieden und der Gelbeutel geschont werden.

Selbstschuldnerische Bürgschaft oder Ausfallbürgschaft

Grundsätzlich wird zwischen Ausfallbürgschaften und selbstschuldnerischen Bürgschaften unterschieden. Ausfallbürgschaften erlauben es dem Vermieter, sich mit seinen finanziellen Forderungen zuerst an den Mieter zu wenden. Ist dieser auch nach einer Zwangsvollstreckung nicht zahlungsfähig, kann erst der Bürge hinzugezogen werden. Bei selbstschuldnerischen Bürgschaften muss sich immer zuerst an den Bürgen des Mieters gewendet werden.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, immer eine selbstschuldnerische Bürgschaft abzuschließen, da sonst der Bürge als erste Instanz wegfällt!

Elternbürgschaft und Privatpersonenbürgschaft

Bei einer Elternbürgschaft treten ein Elternteil oder beide Eltern als Bürgen für ihre Kinder ein. Privatpersonen mit hoher Bonität können als Bürgen auch in Frage kommen.
Meistens finden diese beiden Bürgschaften ihre Anwendung bei Studenten oder Auszubildenden, die noch nicht über ein festes Einkommen verfügen. Geringverdiener können auf diese Art von Freunden, Verwandten oder Partnern unterstützt werden.
Sowohl Elternbürgschaft als auch Privatpersonenbürgschaft sind selbstschuldnerische Bürgschaften.

Bankbürgschaft

Auch Bankaval oder Mietaval genannt, handelt es sich hierbei um eine Bürgschaft, bei der die Bank als Bürgschaftsgeber eintritt. Es fließt in diesem Fall kein Kapital an den Mieter oder Vermieter, die Bank steht vielmehr mit einem Bürgschaftsbetrag als Bürge ein. Erst wenn durch den Vermieter eine Forderung gestellt wird, wird diese durch die Bank an den Mieter überwiesen. Natürlich bekommt der Mieter diesen Betrag nicht kostenlos. Je nach Bank und Bonität des Kunden wird eine sogenannte Avalprovision fällig, die üblicherweise jährlich gezahlt werden muss. Diese kann 1,5 bis 3,5% der Mietkautionshöhe betragen. Auch hierbei handelt es sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft.

Mietkautionsversicherung

Bei einer Mietkautionsversicherung bürgt eine Versicherung. Der Vermieter erhält eine Bürgschaftsurkunde als Sicherheit, die er dem Vermieter übergibt. Es handelt sich ebenso um eine selbstschuldnerische Bürgschaft.
Es ist zu beachten, dass es sich hierbei nicht um einen Kredit handelt. Die Mietkaution wird nicht abgezahlt, sondern beim Vermieter abgesichert. Durch die Zahlung von Jahresgebühren zahlt man als Mieter also dafür, keine Mietkaution beim Vermieter zu hinterlegen. Je nach Versicherung werden Gebühren zwischen 4,5% bis 5% von der geforderten Kautionshöhe pro Jahr fällig.
Sehr praktisch für den Mieter: in der Zeit des Umzugs entfällt eine in vielen Fällen eintretende finanzielle Doppelbelastung. Denn oft muss für die neue Wohnung eine Kaution hinterlegt werden, bevor die Mietkaution der alten Wohnung ausgezahlt wurde.
Desweiteren kann eine Mietkautionsversicherung als Zwischenfinanzierung genutzt werden, denn die Bürgschaft kann jederzeit gekündigt und in eine Barkaution umgewandelt werden.

Was bei einer Bürgschaft beachtet werden sollte

Die Höhe der Bürgschaft darf nicht den Betrag von drei Nettokaltmieten übersteigen. Wurde eine höhere Sicherheit gefordert, gilt die gesetzliche Obergrenze. Wurde jedoch von Seiten der Bürgen – z.B. einer Elternbürgschaft – von selbst eine höhere Sicherheit angeboten, haften Sie unbegrenzt!

Zudem sollte eine Bürgschaft nie auf erstes Anfordern abgeschlossen werden. Erstes Anfordern bedeutet, dass eine Forderung durch den Bürgen ausgezahlt werden muss, egal ob diese rechtmäßig ist oder nicht! Es besteht keine Möglichkeit auf Einspruch, es kann erst nach der Auszahlung gerichtlich dagegen vorgegangen werden.
Eine Bürgschaft ohne erstes Auffordern bietet einen besseren Schutz für den Mieter. Dieser kann zuerst eine Prüfung des Sachverhalts anfordern und seine Sicht der Dinge vorbringen. Erst dann erfolgt die Auszahlung an den Vermieter.

Ende der Mietbürgschaft

In der Regel endet die Mietbürgschaft mit dem Ende des Mietverhältnisses und der Übergabe der Wohnung an den Vermieter. Wenn keine weiteren offenen Forderungen bestehen, wird die Mietbürgschaft aufgelöst.
Bei Mietkautionsversicherungen oder Bankbürgschaften wird die Bürgschaftsurkunde dem Mieter zurückgegeben, welcher wiederum die Urkunde an den Bürgen weiter leitet und somit die Bürgschaft kündigt.

Wenn Sie noch weitere Hilfe bei der Finanzierung eines Umzug oder ihrer neuen Wohnung benötigen, nutzen Sie unseren Artikel zum Thema Umzugsfinanzierung.