Strom kündigen und anmelden beim Umzug

In Deutschland haben Sie die Wahl zwischen rund 1000 Stromanbietern. Die Konkurrenz ist groß. Deshalb locken die Anbieter neue Kunden gerne mit Preisabschlägen. Wenn Sie umziehen, können Sie mit einem Wechsel des Stromanbieters zum Umzug unter Umständen ein hübsches Sümmchen sparen. Allerdings ist das Kündigen des Strom bei einem bestehenden Vertrags nicht immer einfach und geht nicht von heute auf morgen. Erkundigen Sie sich frühzeitig, denn Stromanbieter wechseln kann sich bis zu zehn Wochen und länger hinziehen. Hier haben wir wissenswerte Informationen zusammengestellt.


Inhaltsverzeichnis:

1 – Der einfachste Fall: Sie bleiben bei Ihrem Stromversorger
2 – Kann ich meinen Stromversorger wählen?
3 – Wie vergleiche ich Strompreise?
4 – Was ist die Grundversorgung?
5 – Sie wollen Ihren Vertrag kündigen: Können Sie das?
6 – Selbst kündigen oder kündigen lassen?
7 – Der Wechsel: Kurz und knapp


Umzugskosten in 3 Min berechnen

1. Der einfachste Fall: Sie bleiben bei Ihrem Stromversorger

Wenn Sie mit Ihrem Stromunternehmen zufrieden sind, können Sie sich unter Umständen einfach ummelden. Auf jeden Fall ist das möglich, wenn Sie in der gleichen Stadt umziehen. Falls Sie den Wohnort wechseln, müssen Sie prüfen, ob der Ort zum Netzwerk Ihres Unternehmens gehört. Falls ja, können Sie sich direkt bei Ihrem Stromversorger ummelden. Das geht normalerweise schnell, indem Sie online ein Formular ausfüllen.

Wichtig: Beim Aus- und Einzug immer den Zählerstand für Strom (Gas und Wasser ebenso) ablesen und dokumentieren. Am besten geht das mit einem Foto, das Sie per E-Mail an Ihre Stromversorger schicken.

Checkliste für’s Ummelden von Strom beim Umzug

Auch beim Ummelden nach dem Umzug müssen Sie Ihrem Anbieter eine Reihe von Informationen mitteilen. Hier finden Sie eine Checkliste der Informationen, die Sie sowohl für die bisherige, als auch für die neue Wohnung brauchen:

  • Adresse
  • Vertragsnummer und Zählernummer
  • Auszugsdatum bzw. Tag des Einzugs
  • Zählerstand bei Schlüsselübergabe

2. Kann ich meinen Stromversorger wählen?

Wenn Sie einen Mietvertrag mit einer Warmmiete geschlossen haben, betrifft Sie der Stromvertrag nicht. In diesem Fall zahlen Sie die Stromkosten bei Ihrem Vermieter. Er oder sie wählt das Versorgungsunternehmen und leitet die Rechnung an Sie weiter. Mit einem Preisvergleich können Sie prüfen, ob Sie Ihr Strom zu teuer zu stehen kommt. Eventuell erlaubt der Vermieter einen Wechsel des Stromanbieters. Suchen Sie in diesem Fall das Gespräch.

3. Wie vergleiche ich Strompreise?

Ein Umzug bietet die Chance, einen günstigeren Tarif zu ergattern. Um einen realistischen Vergleich der Preise zu bekommen, müssen Sie Ihren Jahresverbrauch wissen. Ihre Stromabrechnung zeigt Ihnen, wie viele Kilowattstunden Sie tatsächlich verbraucht haben. Allerdings beeinflusst auch die Größe der Wohnung den Stromverbrauch. Daher gibt es Formeln, die Ihnen helfen, Ihren Stromverbrauch zu schätzen.

Anbieter im Internet vergleichen

Wenn Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch wissen oder realistisch einschätzen können, ist der Preisvergleich ein Kinderspiel. Im Internet bieten zahlreiche Webseiten ihre Dienste an, zum Beispiel Verivox und Check24. Auch die Stiftung Warentest offeriert einen Preisvergleich.

Neben dem Stromanbieter gibt es noch weitere Verträge, die beim Umzug gekündigt oder gewechselt werden müssen. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber zum Umzug mit Ihrem DSL-Vertrag.

4. Was ist die Grundversorgung?

Wenn Sie vor dem Umzug in die neue Wohnung keinen eigenen Stromvertrag abgeschlossen haben, beliefert Sie in der Regel der sogenannte Grundversorger. Das ist die Anbieterfirma, die an Ihrem Wohnort die meisten Kunden im öffentlichen Netz versorgt. In der Regel verlangen die Grundversorgungsunternehmen mehr Geld für den Strom als ein Unternehmen, das Sie gewählt haben.

Sie können einen Vertrag mit dem Grundversorger alle vier Wochen zum Monatsende kündigen. Das Kündigen des Stroms zum Umzug sollte schriftlich mit einem Standardschreiben erfolgen.

Wichtig: Senden Sie schriftliche Kündigungen immer per Einschreiben und heben Sie den Beleg sicher auf.

Teure Übergangszeit vermeiden

Wenn Sie eine Übergangszeit mit der teuren Grundversorgung vermeiden wollen, sollten Sie sich spätestens zwei Monate vor dem Umzugsdatum um einen neuen Vertrag kümmern. Die Umstellung dauert meist zwischen vier und zehn Wochen.

Sie kann sich aber auch länger hinauszögern, falls Sie Fristen zum Ummelden des Stroms verpasst haben oder nötige Informationen – zum Beispiel den Zählerstand oder die Vertragsnummer – nicht rechtzeitig mitgeteilt haben. Wenn Sie unsere erfahrenen Umzugsbetreuer mit Ihrem Wohnungswechsel beauftragen, können Sie sich auf die wichtigen Details des Papierkriegs konzentrieren. Unser praktisches Rechnertool sagt Ihnen sofort, wie viel Sie ein Umzug kostet.

5. Sie wollen Ihren Stromvertrag kündigen: Können Sie das?

Stromverträge laufen generell für mindestens ein Jahr. Die normale Kündigungsfrist für ein Stromversorgungsunternehmen hängt von Ihrem persönlichen Vertrag ab. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) können Sie auch sehen, ob Ihre Stromfirma Ihnen ein Sonderkündigungsrecht beim Umziehen einräumt. Außerdem erfahren Sie die Kündigungsfrist in diesem Fall.

Falls kein Sonderkündigungsrecht besteht und der Vertrag noch lange läuft, können Sie mit dem Anbieter reden. Hinter jedem Unternehmen stehen Menschen, die Ihre Probleme teilen. Auch wenn Ihr Vertrag kein Sonderkündigungsrecht im Umzugsfall vorsieht, entlassen Sie viele Versorger vorzeitig aus der Pflicht.

6. Selbst kündigen oder kündigen lassen?

Kündigung durch den neuen Anbieter

Wenn Sie sich frühzeitig zum Wechsel des Anbieters entschließen, können Sie den neuen Vertrag online ausfüllen. Falls Sie Ihren Entschluss bereuen, können Sie innerhalb von 14 Tagen vom neuen Vertrag zurücktreten. Wenn Ihnen Ihr bisheriger Vertrag rund vier Wochen Zeit zum Kündigen lässt, kann Ihr neuer Stromversorger die Kündigung des bisherigen Vertrags erledigen.

Selbst kündigen bei kurzen Fristen

Falls Ihnen Ihr Stromunternehmen beim Umzug nur eine kurze Kündigungsfrist von 14 Tagen einräumt, kündigen Sie sicherheitshalber selbst. Sie können Ihren Vertrag schriftlich mit dem Standardschreiben beenden.

Wichtig: Wenn Sie Ihren Vertrag selbst kündigen, teilen Sie dies Ihrem neuen Stromversorger unbedingt mit!

7. Der Wechsel: Kurz und knapp

Drei Monate vor dem Umzug:

Sie haben Ihren jährlichen Stromverbrauch errechnet, Preise verglichen und sich für einen neuen Anbieter entschieden. Jetzt heißt es, den bisherigen Vertrag genau zu überprüfen und folgende Fragen zu klären:

  • Wie lange läuft er?
  • Wie viel – oder wie wenig – Zeit bleibt zum Kündigen?
  • Besteht ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug?

Zeitplan festlegen

Wenn Sie genau über die Kündigungsfristen Bescheid wissen, steht die eigentliche Kündigung an. Lässt Ihnen Ihr Vertrag genug Zeit (ca. vier Wochen) zum Kündigen? Falls ja, kann Ihr neues Versorgungsunternehmen diesen Prozess erledigen.

Müssen Sie innerhalb von zwei Wochen vor Vertragsende kündigen? Falls ja, dann kümmern Sie sich besser persönlich um die Kündigung und teilen dies Ihrem neuen Vertragspartner mit. In diesem Fall ist es auch nützlich, das Kündigungsdatum in Ihrem Kalender zu markieren.

Am Tag des Umzugs:

Bewaffnen Sie sich mit einer Kamera oder einem Smartphone und halten Sie den Zählerstand bei der Schlüsselübergabe fest. Es empfiehlt sich auch, den Zählerstand im Übergabeprotokoll zu vermerken. Auch in der neuen Wohnung sollten Sie den Stand des Stromzählers dokumentieren.

Zur Vorbereitung auf Ihren Umzug empfehlen wir auch gerne unsere Umzug-Checkliste.