Ummelden nach dem Umzug: Der Teufel steckt oft im Detail


Ein Wohnungswechsel fordert Sie auf verschiedene Arten: Neue Umgebung, neue Mitmenschen und eine neue Anschrift. Die Adressänderung beeinflusst hierbei alle offiziellen Angelegenheiten. Deshalb sollten Sie die damit verbundenen Formalitäten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Viele Dinge können Sie heutzutage mit Hilfe des Internets mühelos erledigen. Allerdings beanspruchen manche Behördengänge weiterhin Ihr persönliches Erscheinen.

Wichtig: Jede Kommune regelt ihre Prozeduren unterschiedlich. Oft genügt jedoch ein Anruf oder ein Besuch der lokalen Webseite, um alle Anforderungen in Erfahrung zu bringen.


Inhaltsverzeichnis:

1 – Ummelden beim Bürgeramt
2 – Ummelden des Fahrzeugs
3 – Adressänderung bekanntgeben
4 – Nachsendeauftrag der Post


Umzugskosten berechnen

Ummelden beim Bürgeramt

Am 1. November 2015 trat ein neues Meldegesetz in Kraft, das Ihnen eine Frist von zwei Wochen nach dem Wohnungswechsel einräumt, um sich anzumelden. Aufgepasst: Eine verspätete Anmeldung kann eine Strafgebühr nach sich ziehen. Die Höhe der Strafgebühr liegt hier im Ermessen des Sachbearbeiters, kann gesetzlich allerdings bis zu 1.000 €, in schweren Fällen sogar weitaus mehr betragen.

Wohnung abmelden

Das Abmelden einer Wohnung ist nur nötig, falls Sie ins Ausland ziehen oder von einer Zweit- in eine Hauptwohnung wechseln. Die meisten Bürgerämter stellen mittlerweile Formulare online zur Verfügung. Manche Gemeinden akzeptieren zudem einen formlosen Brief. Andere dagegen verlangen, dass Sie persönlich erscheinen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Kommune über die jeweilige Regelung.

Wohnung ummelden

Das neue Gesetz schreibt vor, dass Mieter beim Ummelden eine Bestätigung des Vermieters vorlegen müssen. Im wunderbar präzisen Behördendeutsch nennt sich das Wohnungsgeberbestätigung. Einen Vordruck finden Sie hier. Die meisten Gemeinden bieten das Ummeldeformular zum Herunterladen an.

Für den eigentlichen Prozess müssen Sie im Bürgeramt persönlich erscheinen. Falls Sie verhindert sind, können Sie einen Vertreter mit dieser Vollmacht beauftragen. Wenn Sie mit Ehepartner und Kindern umziehen, reicht es, wenn eine Person die Ummeldung für alle erledigt.

Für die Ummeldung brauchen Sie neben Personalausweisen und Reisepässen auch die Geburtsurkunden der Kinder, Heiratsurkunde und Wohnungsgeberbestätigung oder Kaufvertrag einer Immobilie.

Wichtig: Das Ummeldeformular müssen Sie immer persönlich unterschreiben.

Termin für Ummeldung und Kosten

In kleineren Städten ist es meist nicht nötig, einen Termin beim Bürgeramt zu vereinbaren. In größeren Städten sieht das vollkommen anders aus. Hier geht ohne Termin gar nichts. Die Bürgerämter von zum Beispiel Berlin sind so überlaufen, dass Sie manchmal monatelang auf einen Termin warten müssen. Allerdings gilt ein kostenloser, online vereinbarter Termin als Nachweis, dass Sie Ihre Meldepflicht erfüllt haben. Am besten informieren Sie sich rechtzeitig vor Ihrem Umzug, welche Bestimmungen an Ihrem neuen Wohnort zutreffen.

Die meisten Gemeinden verlangen keine Gebühren fürs Ummelden. In größeren Städten dagegen sollten Sie rund 10 Euro dafür einplanen. Wenn Sie Ihren Umzug mit Movinga buchen, können sie auch jederzeit Ihren persönlichen Umzugsberater über alle Informationen rund ums Ummelden fragen.

Zweitwohnung prüfen!

Manche Kommunen verlangen mittlerweile zum Teil saftige Steuern für Zweitwohnungen. Studenten sollten deshalb prüfen, ob es sich auszahlt, den Studienplatz als Hauptwohnsitz zu wählen. Schmankerl am Rande: Eine Reihe von Städten zahlen Studenten heute ein Begrüßungsgeld.

Vor dem Umzug

Umzug in der gleichen Stadt

Für Grundschüler legt das Schulamt die Bezirke je nach Wohngebieten fest. Wenn Sie in der gleichen Stadt umziehen, können Sie eventuell die Grundschule beibehalten, auch wenn Ihre neue Wohnung in einem anderen Bezirk liegt. Reden Sie frühzeitig mit dem Schulleiter und anderen zuständigen Personen. Wenn Sie überzeugend argumentieren, zum Beispiel dass die Schule auf Ihrem Weg zur Arbeit liegt, haben Sie gute Chancen. Beachten Sie jedoch, dass ein Verbleib in der alten Schule die Integration in der neuen Umgebung erschweren kann. Kinder, die weiterführende Schulen besuchen, haben beim Umzug in der gleichen Stadt keine rechtlichen Probleme.

Ummelden des Fahrzeugs

Wichtig: Bringen Sie alle nötigen Dokumente mit, sonst verweigern die Sachbearbeiter das Ummelden.

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (alter Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (alter Fahrzeugbrief)
  • Versicherungsbestätigung durch siebenstellige eVB-Nummer
  • Gültige TÜV-Bescheinigung und ASU-Bescheinigung
  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung
  • Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer

Sie können auch einen Helfer mit dieser Vollmacht beauftragen, Ihren Wagen für Sie umzumelden.


Umzugskosten in 3 Min berechnen


Termine und Gebühren

Wie bei der Wohnungsummeldung empfiehlt sich ein Termin, wenn Sie Wartezeiten vermeiden wollen. In kleinen Gemeinden ist das meist nicht nötig. Hier können sie versuchen, die Wohnungs- und Fahrzeugummeldung gleichzeitig durchzuführen. In großen Städten wie Berlin sollten Sie jedoch auch hier nicht auf Ihr Glück setzen und möglichst vorausplanen. Hier finden Sie eine Liste aller Kfz-Zulassungsstellen.

Die Gebühr für die Ummeldung ohne Halterwechsel beträgt um die 30 Euro. Seit Anfang 2015 können Sie Ihre Nummernschilder nach einem Wohnungswechsel beibehalten. Falls Sie anderen Fahrern zeigen möchten, wo Sie daheim sind, sollten Sie die bisherigen Kennschilder zum Ummelden mitbringen und neue beantragen. Das kostet zwischen 10 und 40 Euro. Wenn Sie ein besonderes Nummernschild möchten, werden weitere Gebühren fällig (mindestens 10 Euro).

Adressänderung bekanntgeben

Natürlich müssen Sie Ihre neue Adresse auch allen Behörden, Vereinen und anderen Institutionen mitteilen, mit denen Sie zu tun haben. Am besten fangen Sie frühzeitig mit Ihrer persönlichen Liste an. Auf jeden Fall müssen Sie Ihre Adressänderung der Rentenversicherung, dem BAföG-Amt und, falls Sie Kindergeld beziehen, der Familienkasse mitteilen.

Hier finden Sie eine kurze Liste möglicher Institutionen, bei denen Sie die Adressänderung bekanntgeben sollten:

  • Banken und Bausparkassen
  • Versicherungen
  • Kredit- und Kundenkarten
  • Kirche
  • Vereine, Verbände, Mitgliedschaften
  • Schule und Kindergarten
  • Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements

Eine Hilfe bei der Adressänderung ist die kostenlose Umzugsmitteilung der Post. Wenn Sie das Formular online ausfüllen, ändert die Post Ihre Adresse automatisch bei allen Versicherungen, Banken und Institutionen, die sich in ihrer Datenbank befinden. Dabei werden nur Organisationen informiert, die Ihre alte Adresse bereits kennen. Die Adresse für Rundfunkgebühren können Sie ebenfalls online ändern.

Nachsendeauftrag

Verwechseln Sie die Umzugsmitteilung der Post nicht mit dem Nachsendeauftrag. Dabei schickt Ihnen die Post automatisch Briefe nach, die für Sie an der ehemaligen Adresse gelandet sind. Für Privatpersonen kostet der Nachsendeauftrag 19,90 Euro für sechs Monate und 24,90 Euro für ein ganzes Jahr.

Wenn Sie Ihre Wohnung wechseln, brauchen Sie außerdem neue Versorgungsunternehmen für Gas, Strom, Internet und Telefon. Mit Hilfe eines Vergleichsportals können Sie schnell den günstigsten Anbieter ermitteln.

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie, wenn Sie Ihren Umzug mit Movinga buchen, jederzeit Ihren persönlichen Umzugsberater kontaktieren. Sie können uns werktags bis 21 Uhr und am Samstag bis 18 Uhr telefonisch erreichen.

Angebot Schließen