7 Umzugstipps für Menschen mit Behinderungen

Sie haben endlich eine barrierefreie Wohnung gefunden? Herzlichen Glückwunsch. Jetzt gilt es, den Umzug zu organisieren.

„Behinderungen müssen keine Verhinderungen sein.“

— Walter Ludin

Dieses Zitat des Schweizer Kapuzinermönchs und Autoren Walter Ludin trifft den Kern der Sache beim Thema Umzug. Ein Wohnungswechsel stellt für jeden Menschen eine Belastungsprobe dar. Wenn Sie oder ein Angehöriger mit einem Handicap leben, kann ein Umzug wie ein unüberwindbares Problem erscheinen. Das muss nicht sein. Unsere Umzugstipps für Menschen mit Behinderungen sagen Ihnen, wie Sie diese Aufgabe bewältigen.


Inhaltsverzeichnis:
- Was ist eine Behinderung?
Umzugstipps:
1 - Zeitdruck vermeiden
2 - Umzugskostenbeihilfe: Frühzeitig den Pfad durch den Behördendschungel finden!
3 - Seelisches Gleichgewicht sichern
4 - Liste anlegen: Was können Sie selbst tun und was nicht?
5 - Ordnung ist der halbe Umzug
6 - Umzugshelfer finden und verköstigen
7 - Professionelle Hilfe für Notsituationen organisieren


Was ist eine Behinderung?

Das deutsche Sozialgesetzbuch IX, §2 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX, definiert Behinderung so:

„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft beeinträchtigt ist.”

Diese Definition zeigt, dass viele Menschen als behindert gelten – nicht nur Querschnittsgelähmte, sondern auch psychisch Kranke.

2017: Pflegegrade ersetzen Pflegestufen

Das Ausmaß einer Behinderung entscheidet darüber, wie viel Hilfe und staatlichen Zuschuss ein behinderter Mensch beim Umzug erhält. Früher teilten Institutionen behinderte Menschen sogenannten Pflegestufen zu. Anfang 2017 änderte die Bundesregierung die Pflegestufen in fünf verschiedene Pflegegrade um. Mit einem Punktesystem bewerten Gutachter die Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, krankheitsbedingte Anforderungen und Gestaltung des Alltagslebens. Bevor Sie als behinderte Person Zuschüsse für den Umzug beantragen können, muss Ihr Pflegegrad geklärt sein.


7 Umzugstipps für Menschen mit Behinderungen

1. Zeitdruck vermeiden

Zeitdruck erhöht in jedem Fall die nervliche Belastung, die ein Umzug mit sich bringt. Sie vermeiden Zeitdruck in erster Linie, indem Sie doppelte Mietzahlungen in Kauf nehmen – die Sie von der Steuer absetzen können. Vater Staat hilft behinderten Menschen auf jeden Fall mit Steuernachlass. Sie können alle Umzugskosten von der Steuer als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Die finanzielle Entlohnung über Steuern dauert zwar, aber sie ist die Mühe wert. Ihre barrierefreie Wohnung wartet bereits auf Sie? Sie ist auch in zwei Monaten noch da, falls Sie einen unterschriebenen Mietvertrag in der Tasche haben. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um die rechtliche Seite Ihres Umzugs gründlich zu studieren und Ihren Umzug zu organisieren.

Wichtig: Bevor der Transporter vor Ihrer Wohnungstür erscheint, müssen Sie alle Zuschüsse für Ihren Wohnungswechsel zumindest beantragt haben.

2. Umzugskostenbeihilfe: Frühzeitig den Pfad durch den Behördendschungel finden!

In Deutschland war bis vor kurzem alles streng gesetzlich geregelt. Dementsprechend schwierig ist es, alle Regelungen für Umzugsbeihilfe von behinderten Personen ausfindig zu machen. Dieses Verzeichnis von deutschen Beratungsstellen hilft Ihnen, einen persönlichen Ansprechpartner zu finden. Sie sind schwerbehindert, arbeiten aber? Wenn Sie in eine barrierefreie Wohnung ziehen oder sich durch den Umzug der Arbeitsweg verkürzt, erhalten Sie Leistungen aus der Ausgleichsabgabe. Dafür wenden Sie sich an die Integrationsämter.

Wenn Sie den Umzug in eine behindertengerechte Wohnung nicht selbst finanzieren können, springt das Sozialamt, das Grundsicherungsamt oder die ARGE (Jobcenter) ein. Pflegekassen zahlen bis zu 4.000 Euro für Umbaumaßnahmen in einer Wohnung oder für den Umzug in eine behindertengerechte Wohnung. Falls ein Antrag abgelehnt wird, scheuen Sie sich nicht, Widerspruch einzulegen nach dem Motto: Sie haben nichts zu verlieren.

Wichtig: Bewahren Sie Kopien von Anträgen, schriftliche Benachrichtigungen, Rechnungen und Quittungen sorgfältig in einem Aktenordner für den Umzug auf.

3. Seelisches Gleichgewicht sichern!

Ein Wohnungswechsel belastet jeden Menschen, behinderte Personen um so mehr. Sprechen Sie deshalb rechtzeitig mit Ihrem Arzt, auch wenn Sie ‚nur’ körperlich behindert sind und nicht an einer psychischen Krankheit leiden. In dieser Übergangsphase brauchen Sie jede Art von Unterstützung. Eine ausgleichende Hilfe in Pillenform wirkt manchmal Wunder. Da Beruhigungsmittel mit anderen Medikamenten reagieren können, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt fragen. Falls Ihnen diese Pillen nicht geheuer sind: Kamillentee beruhigt die Nerven ungemein.

4. Liste anlegen: Was können Sie tun und was nicht?

Sie haben alle Anträge erledigt und wissen, dass Sie genügend Zeit zum Packen haben? Jetzt geht es ans Organisieren Ihres Wohnungswechsels. Unsere praktische Checkliste sagt Ihnen genau, was und wann Sie etwas zu tun haben. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Was können Sie erledigen? Wofür brauchen Sie Hilfe? Können Sie gewisse Dinge selbst übernehmen, zum Beispiel das Einpacken von Kleidung?

Unsere erfahrenen Umzugsbetreuer unterstützen Sie bei Ihrem Umzug in jedem gewünschten Umfang. Wir übernehmen den kompletten Umzug für Sie, vom Einpacken bis zum Aufbauen Ihrer behindertengerechten Küche. Unser Rechnertool sagt Ihnen sofort, was Sie das kostet. Fragen beantworten wir gerne unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 7245068.

Listen, zum Beispiel die Wunderlist, erleichtern in dieser kritischen Phase Ihr Leben. Diese kostenlose App gibt es für alle Geräte, vom Computer bis zum Smartphone, für Apple und Windows. Sie erlaubt Ihnen, Ihre Liste problemlos mit Umzugshelfern zu teilen. Zahlreiche Apps bieten heute Hilfestellung rund um den Umzug.

5. Ordnung ist der halbe Umzug

Sie neigen eher zum kreativen Chaos? Das mag sich im Alltag bewähren, erschwert bei einem Wohnungswechsel jedoch das Leben. Bevor die Umzugsfirma in Ihrer Wohnung erscheint, empfiehlt sich eine Entrümpelung. Denken Sie dabei daran: Was Sie nicht umziehen müssen, beschleunigt den Wohnungswechsel. Sie fühlen sich mit dieser Aufgabe überfordert? Organisieren Sie Hilfe! Sie haben keine Verwandten oder Freunde, die Sie beanspruchen können? Studenten können immer einen Nebenverdienst gebrauchen. Im Rahmen einer Entrümpelung bringen Sie leicht Ordnung in Schränke. Sie können diese Vorbereitung auch mit dem Packen der ersten Umzugskartons verbinden.

6. Umzugshelfer finden und verköstigen

Als behinderter Mensch brauchen Sie Hilfe beim Umzug. Wenn Sie Unterstützung im Verwandtenkreis haben, können Sie einen Wohnungswechsel ohne Umzugsunternehmen durchführen, indem Sie einen Transporter mieten und Hilfskräfte anheuern. Allerdings geht dabei leicht viel schief. Wenn Sie Movinga mit Ihrem Umzug beauftragen, können Sie dem Wohnungswechsel gelassen entgegen sehen.

Alle Umzugshelfer müssen essen und trinken. Obwohl professionelle Umzugsbetreuer für ihren eigenen Proviant sorgen, freuen Sie sich ebenfalls über kräftestärkende Snacks. Der Lebensmittel Lieferservice von REWE bringt Ihnen bestellte Lebensmittel direkt an die Wohnungstür. Zahlreiche Webseiten, zum Beispiel Lieferando machen es möglich, fertige Gerichte geliefert zu bekommen.

7. Professionelle Hilfe für Notsituationen organisieren

Während des Umzugs und in den ersten Tagen in der neuen Wohnung können unvorhergesehene Notsituationen eintreten. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig Hilfsdienste ausfindig zu machen. Nicht immer muss es gleich der Notarztwagen sein. Das Deutsche Rote Kreuz stellt zahlreiche Hilfen für behinderte Menschen zur Verfügung. Recherchieren Sie rechtzeitig vor dem Umzug, welche Hilfsdienste für Sie in Frage kommen.

Wichtig: Teilen Sie Adressen und Telefonnummern von Hilfsdiensten mit Ihren Umzugsbetreuern.