Vermieterbescheinigung – Wichtiges Formular zur Ummeldung

Bei einem Umzug in eine neue Wohnung ist es in Deutschland nach dem Bundesmeldegesetz verpflichtend, dass eine Anmeldung beim zuständigen Einwohnermeldeamt vorgenommen wird. In dieser Meldebehörde werden alle Bürger mit deren aktuellem Wohnsitz erfasst. Um einen Wohnsitz um- oder anzumelden, gilt eine Frist von zwei Wochen ab Mietbeginn. Wird dieser Pflicht nicht nachgekommen, droht ein Bußgeld.
Um diesen Vorgang abzuschließen, sind verschiedene Formulare notwendig. Dazu gehört unter anderem die sogenannte Vermieterbescheinigung.

Wozu dient die Vermieterbescheinigung?

Mit der Vermieterbescheinigung sollen Scheinanmeldungen ausgeschlossen werden. Das heißt, Personen müssen ihre Wohnanschrift angeben, damit der tatsächliche Bezug von Wohnraum nachprüfbar ist. Wohnanschriften sind daher nur für die Personen verbindlich, die tatsächlich dort wohnen. Einerseits lassen sich Personen entsprechend einer festen Adresse leichter auffinden - das kann beispielsweise bei der Suche nach Kriminellen oder Angehörigen der Fall sein - andererseits können Überschreitungen von Fristen besser festgestellt werden. Außerdem lassen sich nicht wahrheitsgemäße Umzüge auf diese Weise unterbinden.

Seit Ende 2015 ist es nicht mehr möglich, eine Wohnungsanmeldung oder die Ummeldung eines Wohnsitzes ohne Vermieterbescheinigung im Rahmen einer Neuregelung durchzuführen. Durch eine Vermieterbescheinigung erhalten Mieter eine schriftliche Bestätigung durch ihren Vermieter, dass ein Bezug der Wohnung vorliegt.

Die Vorlage der Vermieterbestätigung ist in elektronischer (beispielsweise als E-Mail) oder in schriftlicher Form beim Einwohnermeldeamt möglich.

Lesen Sie auch unsere Blogbeiträge zu den Themen GEZ ummelden und Ummeldung eines Fahrzeugs!

Welche Daten müssen in der Bescheinigung enthalten sein?

Der Inhalt einer Vermieterbescheinigung sieht folgendermaßen aus:

  • Vor- und Zuname des Vermieters und dessen Anschrift
  • Angabe über das Mietverhältnis mit dem Datum des Einzugs oder des Auszugs
  • Adresse der Mietwohnung
  • Vor- und Nachname der meldepflichtigen Mieter
  • Unterschrift des Vermieters

In vielen Fällen haben die Makler oder Vermieter bei Zustandekommen des Mietvertrages schon eine solche Vermieterbescheinigung dabei. Anderenfalls müssen sich die neuen Mieter selbst beim Vermieter darum kümmern. Im Internet werden dafür schon vorgefertigte Muster angeboten. Dieses Schriftstück wird gemeinsam mit anderen Unterlagen beim Einwohnermeldeamt vorgelegt.

Was droht bei einem Verstoß?

Vermieter müssen die Bescheinigung schriftlich, wahrheitsgemäß und mit den richtigen Angaben ausstellen. Die Vermieter haben maximal zwei Wochen Zeit dafür, ansonsten müssen sie mit einem Bußgeldverfahren rechnen. Die verhängten Bußgelder können bis zu 1.000 Euro betragen. Die Ausstellberechtigung einer Vermieterbestätigung hat nur der Vermieter selbst oder eine von diesem beauftragte Vertretung.

Weigert sich der Vermieter, eine Vermieterbestätigung zu erstellen, gilt das ebenfalls als Ordnungswidrigkeit. Dasselbe trifft auf eine scheinbare Vermieterbescheinigung zu.

Seit dem November 2016 ist es nicht mehr Pflicht, dass die Wohnungsgeber den Mietern den Auszug schriftlich zu dokumentieren haben. Lediglich der Einzug muss angegeben sein. Ziehen Mieter ins Ausland um, dann ist der Auszug mit der Adresse der vorherigen, verlassenen Wohnung persönlich bei der Meldestelle anzuzeigen.