WG organisieren: Regeln erleichtern das Zusammenleben

Sie sind aus dem elterlichen Nest geflattert und wollen sich nun den Wind um die Nase wehen lassen? Aus Kostengründen leben Auszubildende und Studenten meist in Wohngemeinschaften, kurz WG genannt. Damit aus geteilten Wohnungen nicht geteiltes Leid wird, müssen ein paar organisatorische Fragen geklärt werden. Ein ausgeklügeltes Regelwerk verhindert das Abgleiten in zeitweise lebenslustige Anarchie, die über kurz oder lang in heftigem Streit endet. Informieren Sie sich, wie Sie einen Plan für das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft entwickeln.


Inhaltsverzeichnis:

1 – Anforderungen an eine WG-taugliche Wohnung
2 – WG organisieren
2.1 – Welche Art von Mietvertrag?
2.2 – Die häufigsten Knackpunkte
3 – Verschiedene Modelle für einen Putzplan
4 – Wer sorgt für einen vollen Kühlschrank?
5 – Nützliche Apps, die das Chaos vermeiden helfen


1. Anforderungen an eine WG-taugliche Wohnung

Eine Wohnung für eine WG sollte neben den Schlafzimmern für die Mitbewohner mindestens einen Gemeinschaftsraum bieten. Die Küche sollte groß genug sein, dass sich alle Mitbewohner gleichzeitig darin aufhalten können. Neben einem Badezimmer sollte mindestens eine weitere Toilette vorhanden sein. Darüber hinaus sollte es möglich sein, die Nebenkosten der Wohnung einigermaßen gerecht aufzuteilen. Falls die Zimmer in etwa gleich groß sind, dividiert man die Rechnungen einfach durch die Zahl der Mitbewohner. Ist die Zimmergröße sehr unterschiedlich, sollten Sie sich eine andere Lösung einfallen lassen. Sie können etwa die Nebenkosten pro Quadratmeter umrechnen und dann Quadratmeterpreise zuzüglich der Nebenkosten für die Gemeinschaftsräume berechnen.

2. WG organisieren

2.1 Welche Art von Mietvertrag?

Wer eine WG gründen will, muss zunächst eine geeignete Wohnung finden und anschließend die Frage des Mietvertrags klären. Dabei gibt es drei Möglichkeiten:

  • Ein Hauptmieter schließt Untermieterverträge mit den Mitbewohnern
  • Alle Mitbewohner sind im Vertrag als Mieter genannt
  • Jeder Mitbewohner unterzeichnet einen separaten Vertrag

Der Hauptmieter übernimmt sämtliche Recht und Pflichten aus dem Mietverhältnis. Er ist dafür verantwortlich, die Miete und die Nebenkosten zu zahlen. Außerdem bringt er die Kaution auf. Natürlich muss ihm der Vermieter gestatten, die Wohnung als eine WG unterzuvermieten. Dieser Mietvertrag bietet sich an, falls Sie die Wohnung eines Tages alleine übernehmen wollen.

Vermieter bevorzugen in der Regel jedoch, dass alle Mitglieder einer Wohngemeinschaft als Hauptmieter eingetragen sind. In diesem Fall sind alle Mieter für die Zahlung der Miete und der Nebenkosten haftbar. Das heißt, etwaige Außenstände kann der Vermieter bei jedem der Mieter eintreiben. In diesem Fall sollte der Mietvertrag genau festlegen, wie die Nebenkosten zu verteilen sind.

Die dritte Variante ist am einfachsten für die Mitbewohner. Hier schließt der Vermieter einen separaten Vertrag mit jedem Mieter ab, der die Mitbenutzung der Küche und des Badezimmers regelt. In diesem Fall haftet jeder Mieter für sein Zimmer und zusätzliche Nebenkosten. Der Vermieter muss einzeln mit jedem Mieter abrechnen. In diesem Fall können sich die Mitglieder der WG ihre Mitbewohner nicht selbst aussuchen, sondern müssen mit der Wahl des Vermieters vorlieb nehmen.

2.2 Die häufigsten Knackpunkte

Jeder Mensch ist verschieden und alle Eltern ziehen ihren Nachwuchs mit verschiedenen Schwerpunkten auf. Manche Sprößlinge müssen von klein auf im Haushalt zupacken und kennen sich mit Abspülen, Einkaufen und Putzen gut aus. Andere lernen erst nach dem Auszug die Herausforderungen des Haushalts zu meistern. Treffen unterschiedliche Typen und Charaktere in einer WG zusammen, besteht reichlich Konfliktpotential.

Das sind die häufigsten Knackpunkte:

• Putzen und andere Haushaltspflichten
• Einkaufen
• Zuverlässigkeit
• Zahlungsmoral

Zuverlässigkeit ist eine Charaktereigenschaft, die auch von der Tagesform abhängt. Nach einer wilden Party kann ein Mitbewohner schon einmal vergessen, dass eigentlich er (oder sie) mit dem Einkaufen an der Reihe war. Zahlungsmoral ist ebenfalls eine wichtige Eigenschaft für Mitbewohner. Wer seine Rechnungen nicht bezahlen kann, belastet auf Dauer die WG. Vergessen Mitbewohner ihre Pflichten öfter, gilt es, diesen Punkt gemeinsam zu besprechen.

In diesem Fall erleichtert eine Konflikttaktik mit klaren Regeln die Auseinandersetzung innerhalb der Wohngemeinschaft. Die Zahl drei kann hier Harmonie im Chaos schaffen. Verletzt ein Mitbewohner dreimal seine Pflichten, treffen sich alle Mitglieder einer Wohngemeinschaft zu einer Krisensitzung. Dabei kann sich der Mitbewohner verteidigen und Besserung versprechen. Glauben die anderen Mitbewohner den vorgebrachten Argumenten, erhält der ‚Sünder’ eine Probezeit von drei Monaten. Bessert er sich in diesem Zeitraum nicht, muss er die Wohngemeinschaft verlassen. Dieses Vorgehen kann der Führer der Wohngemeinschaft in einem formlosen Schriftstück festhalten und jedem Mitbewohner beim Einzug vorlegen. Das muss kein rechtlich bindender Vertrag sein, der gerichtliche Auseinandersetzungen nach sich zieht. Moralischer Druck ist häufig mindestens genauso wirksam wie juristische Mahnungen.

3. Verschiedene Modelle für einen Putzplan

Wie das Zimmer eines Mitbewohners aussieht, ist für eine WG relativ unwichtig. Die gemeinsam benutzten Räume müssen jedoch regelmäßig geputzt werden. Darüber hinaus gilt es, den Abfall zu entsorgen. Ein Putzplan sorgt dafür, dass jeder Mitbewohner genau weiß, was zu tun ist.

Movinga Putzplan

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3.1. Flexibler Putzplan für verantwortungsvolle Mitbewohner

Wenn alle Mitbewohner eine ähnlich hohe Schmutzschwelle teilen und regelmäßig zupacken, genügt ein flexibler Putzplan. Dafür reicht ein schwarzes Brett mit einer Tabelle, die alle anfallenden Aufgaben zeigt sowie eine Liste der Mitbewohner. Jeder trägt ein, wann er welche Aufgabe erledigt hat. Das gibt Mitbewohnern die Freiheit, während Prüfungszeiten nicht zu putzen und versäumte Aufgaben später nachzuholen. Allerdings setzt dieser Putzplan hohe Kooperationsfähigkeit voraus.

3.2. Ein Putztag pro Woche

Wenn alle Mitbewohner befreundet sind, kann ein gemeinsamer Putztag die Bande stärken. An einem festgelegten Wochentag treffen sich alle und säubern die Wohnung. Der gemeinsame Putztag ist in kleinen WG’s leichter zu organisieren als in WG’s mit vielen Mitbewohnern.

3.3. Putzplan mit wechselnden Aufgaben

Hier teilen Sie die Hausarbeiten in verschiedene Aufgaben ein, deren Umfang in etwa gleich ist. Jede Woche wechselt der Mitbewohner, der eine bestimmte Aufgabe ausführt. Dieses System hat den Vorteil, dass jeder einmal besonders unangenehme Arbeiten ausführen muss – aber dafür nicht ständig.

Falls ein Putzplan in Ihrer WG nicht klappt, können Sie auch darüber nachdenken, eine Putzfrau zu engagieren.

4. Wer sorgt für einen vollen Kühlschrank?

Das Einkaufen in einer WG kann entweder gemeinsam oder einzeln erledigt werden. Gemeinsames Einkaufen eignet sich in der Regel nur für WG’s, in denen Freunde zusammenleben. Bei einer Zweck-WG erleichtert getrenntes Einkaufen und getrennte Bereiche im Kühlschrank das Einkaufen ungemein. Für gemeinsame Abendessen oder Partys kann in diesem Fall ein Sonderbudget angelegt werden.

5. Nützliche Apps für Wohngemeinschaften

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Apps erschienen, die alle Bereiche des Zusammenlebens organisieren helfen – inklusive Einkaufsliste, Abrechnungsfunktion und Putzplan. Voraussetzung: Jeder Mitbewohner hat ein Smartphone – und wer hat das heute nicht? Sie fühlen sich selbst in einer straff organisierten WG nicht wohl? In diesem Fall hilft nur die Suche nach einer eigenen Wohnung. Wenn Sie Ihre Traumwohnung gefunden haben, ziehen Sie dank der erfahrenen Umzugsberater von Movinga in kürzester Zeit um. Unser praktisches Rechnertool sagt Ihnen sofort, wie viel Sie das kostet.