Wohnungsgenossenschaft: Günstige Wohnungen, aber nur für Mitglieder

Wohnungsgenossenschaften sind dafür bekannt über reichlich bezahlbaren Wohnraum in größeren Ballungsgebieten zu verfügen. Da der Wohnungsmarkt in vielen Großstädten immer angespannter wird, ist diese Option für viele Mieter immer interessanter. Denn zu hohe Mieten sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Um tatsächlich eine Chance auf solche bezahlbare Wohnungen zu haben, muss man jedoch Mitglied in der verwaltenden Genossenschaft sein. Ob Sich das lohnt, haben wir für Sie recherchiert.


Inhaltsverzeichnis

1 – Was ist eine Wohnungsgenossenschaft?
2 – Wie beteilige Ich mich an einer Genossenschaft?
3 – Wie funktioniert eine Wohnungsgenossenschaft?
4 – Wohnungsgenossenschaften für Studenten?
5 – Wohnungsgenossenschaft ohne Schufa


1. Was ist eine Wohnungsgenossenschaft?

Gemeinnützigkeit, Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – die Grundprinzipien einer jeden Wohnungsgenossenschaft. Wohnungsbaugenossenschaften sind demokratische Unternehmensformen und wollen Ihren Mitgliedern möglichst günstige Wohnungen verschaffen.
Der Wohnraum ist dabei nicht das Eigentum der Mitglieder sondern der Genossenschaft. Da die Genossenschaft jedoch Ihren Mitgliedern gehört, haben die Mieter eine gewisse Eigentümerverantwortung. Mehr als 2.000 Wohnungsbaugenossenschaften verwalten in Deutschland mehr als 2 Millionen Wohnungen. Dabei gibt es kleinere Genossenschaften, die nur einige wenige Wohnungen betreuen und andere, die gleich mehrere tausend Wohnungen in Ihrem Bestand haben. Größere Wohnungsgenossenschaften finden sich vor allem im Osten Deutschlands. Auf Berlin konzentrieren sich die meisten Genossenschaftswohnungen.

In der Hauptstadt sind etwa 180.000 Wohnungen in der Hand von Genossenschaften. Das sind mehr als 10% des gesamten Wohnungsbestandes von Berlin.

2. Beteiligung an einer Genossenschaft!

Mitglied in einer Genossenschaft und damit auch Mieter einer Genossenschaftswohnung kann nur werden, wer bereits im Besitz von Genossenschaftsanteilen ist. Je nach Genossenschaft kostet ein Anteil zwischen 250 und 3.000 €. Das gesamte durch Anteilsverkäufe eingenommene Geld nutzt die Genossenschaft für Investitionen, um Dividenden an seine Mitglieder zu zahlen (3 – 4%) und um sonstige Projekte zu finanzieren. Sollte ein Mitglied sich zum Auszug und damit der Kündigung entscheiden, so muss die Genossenschaft die Anteile wieder an das austretende Mitglied zurückzahlen.
Man kann allerdings auch Genossenschaftsmitglied bleiben, ohne eine Wohnung der Baugenossenschaft angemietet zu haben.

3. Wie funktioniert eine Wohnungsgenossenschaft?

Um Mitglied einer Genossenschaft zu werden, müssen zunächst Pflichtanteile an der Genossenschaft gezeichnet werden. Wie teuer das für die neuen Mitglieder wird hängt ganz von der jeweiligen Genossenschaft ab. Der Betrag kann zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro liegen. Als Faustregel gilt, je jünger die Genossenschaft, desto höher der Preis um Mitglied zu werden. Junge Genossenschaften müssen nämlich noch oft neuen Wohnraum erwerben und haben daher höhere Beiträge.

Einmal Mitglied, steht einem in einer Wohnungsgenossenschaft ein lebenslanges Wohnrecht zu.

Solange keine schwerwiegenden Verstöße gegen die Satzung vorliegen, kann dieses Recht auch nicht aberkannt werden. Da die Wohnungen vor Verkauf geschützt sind und der “Vermieter” auch keine Kündigung wegen Eigenbedarf aussprechen kann, besteht eine Sicherheit “eigentumsähnlicher Art”. Teilweise bieten Genossenschaften Gemeinschaftsräume oder gemeinsame Veranstaltungen an. Auch die Genossenschafts Service-Cards bieten den Mitgliedern Vorteile und Preisnachlässe bei Reisen, Freizeitaktivitäten und sonstigen Angeboten.
Problematisch kann es allerdings bei den Wartezeiten werden. Sind gerade alle Wohnungen vermietet, so muss man sich auf eine Warteliste schreiben lassen und es kann einige Monate dauern, bis eine den Bedürfnissen entsprechenden Wohnung frei wird. Auch die eingezahlten Anteile müssen von der Genossenschaft erst nach 2 Jahren zurückgezahlt werden und bedeuten lange Wartezeiten für die Mitglieder. Wenn man eine Wohnung gefunden hat, müssen erneut Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. In Welcher Höhe verrät das Wohnungsexposé. Normalerweise ist die Höhe ähnlich zu der normalen Kaution, die fällig geworden wäre.

4. Wohnungsgenossenschaften für Studenten?

Studenten sehen sich in den meisten Städten mit chronisch mangelndem Wohnraum konfrontiert. Aber sind Wohnungsbaugenossenschaften auch für diese Zielgruppe wirklich attraktiv? Vereinzelt bieten Genossenschaften sogar Rabatte für Studenten an und die Mitglieder müssen oft erst nach mehreren Jahren die vollen Genossenschaftsanteile abbezahlen. Da die Anteile auch mit Dividende wieder ausgeschüttet werden, darf dieser Vorgang durchaus als Investition in die Zukunft verstanden werden. Sollten Studenten nach dem Studium in eine andere Stadt ziehen, so sind Sie selbstverständlich berechtigt Ihre Mitgliedschaft wieder aufzulösen. Einige Genossenschaften bieten auch einen Anteils-transfer an andere Genossenschaften an, wenn das Mitglied in eine andere Stadt umzieht. Wir raten Ihnen sich vorher gründlich zu informieren, denn Wohnungsgenossenschaften können auch für Studenten eine echte Alternative sein.

5. Wohnungsgenossenschaft ohne Schufa

Auch bei einer Wohnungsgenossenschaft muss man normalerweise, wie bei der sonstigen Anmietung von Wohnungen, eine Schufa-Auskunft vorlegen. Dabei darf der Sko-Wert nicht unter 80% liegen, sonst darf man der Genossenschaft laut Satzung nicht beitreten. Es kann jedoch sein, dass man auch ohne Schufa-Auskunft zu einer Wohnung kommt. Allerdings muss man in diesem Fall einen Bürgen angeben, der bei Zahlungsausfall einspringt.

Wer sich überlegt, in eine Genossenschaft einzutreten, sollte sich zunächst genau über die verschiedenen Angebote und Konditionen der einzelnen Genossenschaften einer Stadt informieren, damit die Suche mit der passenden Wohnung endet.