Umzugsbeihilfe: Der Umzug mit dem Sozialamt

Jeder Bundesbürger hat nach dem Grundgesetz das Recht auf freie Wohnungswahl. Das gilt natürlich auch für Sozialhilfeempfänger und Empfänger von Hartz-IV. Unter bestimmten Umständen werden die Kosten für einen Umzug ganz oder teilweise vom Sozialamt übernommen. Für eine erfolgreiche Kostenübernahme müssen ausreichend und nachweisbare Gründe bestehen.

Ummelden beim Sozialamt bei Umzug

Das zuständige Sozialamt muss rechtzeitig über den Wohnungswechsel informiert werden. Das Amt muss über die neue Adresse bescheid wissen, damit Leistungen weiterhin bezogen werden können. Wenn Sie in eine andere Stadt, Gemeinde oder Bundesland ziehen, wird eine Ummeldung notwendig. Das neue Sozialamt übernimmt dann die Sozialhilfeleistungen.

Es ist wichtig, dass Sozialamt rechtzeitig über Ihren Umzug zu informieren, damit Sie überhaupt Umzugsbeihilfe beziehen können. Ein Antrag auf Kostenübernahme kann nachträglich nicht mehr gestellt werden.

Recht auf freie Wohnortwahl

Wie bereits erwähnt, haben Empfänger von Sozialleistungen genauso wie Bezieher von Arbeitslosengeld I und II das Recht, ihren Wohnort frei zu wählen. Beachten Sie, dass es in manchen Fällen Leistungen gekürzt oder nicht bewilligt werden, wenn das Sozialamt die Kosten für die neue Wohnung als unangemessen hoch ansieht. Ähnliche Regeln gelten beim Umzug mit Hartz-IV (Arbeitslosengeld II).

Hinweis: Sozialämter werden in manchen Städten und Gemeinden unter anderem Namen geführt, z. B. Amt für Jugend und Familie oder Fachbereich für Soziales und Wohnen.

Gründe für die Umzugsbeihilfe vom Sozialamt

Die finanzielle Unterstützung, die Bezieher der Grundsicherung vom Sozialamt für den Umzug beziehen können, nennt sich Umzugsbeihilfe. Dabei kommen zwei Szenarien in Frage:

  1. Das Sozialamt fordert den Umzug. In diesem Fall übernimmt das Amt die kompletten Umzugskosten. Häufigster Grund hierfür sind zu hohe Mietkosten für die Wohnung.
  2. Umzug auf eigenen Wunsch. Beim Antrag auf Übernahme der Umzugskosten muss der Umzugswunsch begründet werden. Das Sozialamt übernimmt nur einen Teil der Kosten. Gültige Gründe sind:
  • Unbewohnbarkeit, z.B. wegen Schimmel oder Brandschaden
  • Trennung vom Partner oder Ehepartner bei gemeinsamer Wohnung
  • Krankheit oder Behinderung, die ein Wohnen unmöglich machen oder erschweren
  • Eine zu kleine Wohnung (jeder hat das Recht auf eine angemessen große Wohnung)
  • Ein weiter Weg zur Arbeitsstelle
  • Eine Beschäftigung für den Nebenverdienst kann am neuen Standort aufgenommen werden
  • Eigenbedarfskündigung durch den Vermieter

Eine Begründung liefert jedoch noch keinen Erfolg. Letztendlich liegt es im Ermessen des Sozialamts, ob die Beihilfe zum Umzug gewährt wird. Fragen Sie also rechtzeitig bei Ihrem Sachbearbeiter nach, ob und unter welchen Umständen eine Beihilfe zu erwarten ist.

Als Antragsteller sind Sie in der Beweispflicht und müssen schriftliche Beweise für die Notwendigkeit des Umzugs vorlegen, z. B. ein Kündigungsschreiben des Vermieter oder einen neuen Arbeitsvertrag. Im Fall von Unbewohnbarkeit durch Mangel muss nachgewiesen werden, dass dieser nicht schuldhaft verursacht wurde.

Das Sozialamt fordert zudem Belege über die Umzugskosten. Üblicherweise drei Kostenvoranschläge in Form von Umzugsangeboten.

Hinweis: Wenn Sie Ihren Umzug mit Movinga buchen, erhalten Sie von uns vorab ein kostenloses und unverbindliches Umzugsangebot. Dieses können Sie problemlos beim Sozialamt vorlegen.

Diese Umzugskosten übernimmt das Sozialamt

Ist der Antrag bewilligt, werden folgende Kosten durch die Umzugsbeihilfe des Sozialamts übernommen:

  • Umzugskosten, z. B. Transport, Fahrzeugmiete
  • Kosten der Wohnungssuche, z.B. Fahrtkosten zur Besichtigung
  • Mietkaution, in den meisten Fällen in Form eines Darlehens
  • Verpflegung von privaten Umzugshelfern

Körperlich behinderte und sehbehinderte Menschen, und Personen mit gesundheitlichen Problemen dürfen professionelle Umzugsunternehmen mit der Durchführung beauftragen. Die Kosten werden vollständig zurückerstattet. Die Krankheit oder Behinderung muss mit einem Attest nachgewiesen werden.