Verschwenderische Welt

Wie viele unserer Dinge brauchen wir wirklich?

Eine Studie untersucht die Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität, wenn es um die Verschwendung von Lebensmitteln und das Horten von Besitztümern geht
Als Umzugsexperten suchen wir bei Movinga immer nach Möglichkeiten, Umzüge effektiver zu gestalten. Besonders interessiert uns die oft übertriebene Sammlung und Anhäufung von Hab und Gut und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die Umwelt und sogar auf die Wirtschaft. Als Teil einer größeren Studie über Umzugsstrends, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll, haben wir eine Umfrage durchgeführt, um die Dissonanz zwischen Wahrnehmung der Menschen auf der einen Seite und Realität auf der anderen Seite zu verstehen, insbesondere bezüglich des Hortens und der Verschwendung in ihrem eigenen Zuhause. Die Ergebnisse sind verblüffend, die Lücke ist größer als wir erwartet hatten. Wir hoffen, dass sie einen dringend benötigten Diskurs über ein Zuviel an Konsum und die Frage, wie viel wir tatsächlich brauchen, anstoßen.

Die Umfrage wurde unter 18.000 Haushaltsvorständen in 20 Ländern durchgeführt und vergleicht die individuelle Wahrnehmung der Menge des eigenen Besitzes mit der Menge an tatsächlich im Gebrauch befindlichen Dingen, um das Ausmaß der Selbsttäuschung aufzudecken, in der wir leben. Dabei liegt das Augenmerk auf folgenden drei Kategorien: Besitztümer eines Haushalts, Kleidung und Nahrungsmittel. Die Umfrageergebnisse wurden mit Daten von Forschern kombiniert, die sich mit den Phänomenen des Wegwerfens und des Hortens von ungenutztem Eigentum in jedem der befragten Märkte befassen.

Der erste Schritt zur Reduktion von Müll und ungenutzten Dingen in unseren vier Wänden besteht darin, sich der Größe des Problems und unserer Selbsttäuschung zu stellen. Bei Movinga kalkulieren wir damit, dass 22% der Gegenstände nach dem Umzug nicht mehr verwendet werden. Wir hoffen, diese Recherche eröffnet die Diskussion darüber, wie wir uns unser Verhalten bei den Themen Horten und Wegschmeißen besser bewusst machen können.

Die Tabelle unten zeigt die Lücke (Täuschung) zwischen dem angenommenen Ausmaß der Verschwendung und der tatsächlichen Realität.
Wie viel Prozent der Kleidung in Ihrem Schrank wurde in den letzten 12 Monaten nicht getragen?
Wie viel Prozent Ihrer Lebensmitteleinkäufe landen im Müll?
Wie viel Prozent Ihrer Besitztümer, die Sie bei Ihrem letzten Umzug mitgenommen haben, sind immer noch ungenutzt?
Für detailliertere Informationen besuchen Sie die Webseite bitte auf Ihrem Desktop.
Methodik
Für diese Studie wurde eine Umfrage unter 18.000 Haushaltsvorstände in 20 Ländern der Erde mit den folgenden Fragen durchgeführt: Wie viel Prozent der Kleidung in Ihrem Schrank wurde in den letzten 12 Monaten nicht getragen?; Wie viel Prozent Ihrer Lebensmitteleinkäufe landen im Müll?; Wie viel Prozent Ihrer Besitztümer, die Sie bei Ihrem letzten Umzug mitgenommen haben, sind immer noch ungenutzt?

Befragt wurden 1.000 Menschen in den USA, 2.000 in Deutschland, 2.000 in Frankreich, 1.500 in Schweden und 500 bis 800 Teilnehmer aus anderen Ländern. Es wurden ausschließlich Haushaltsvorstände im Alter zwischen 22 und 60 Jahren befragt. Die Fehlermarge liegt bei +/-5%.

Anschließend wurden die Ergebnisse mit Daten von Experten in den Bereichen Verschwendung und Horten abgeglichen. Diese hatten 20 Familien, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, sowie 10 Single-Haushalte über ihr Konsumverhalten interviewt.

Bei der Kleidung nahmen die Experten zunächst eine Inventur der Kleiderschränke der Teilnehmer vor; dann wurde die tägliche Nutzung der Kleidungsstücke dokumentiert, um herauszufinden, wie viele Sachen im Kleiderschrank die Teilnehmer innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten überhaupt nicht benutzten.

Beim Thema Verschwendung von Lebensmitteln wurden die Teilnehmer darum gebeten, ihr Wegwerfverhalten über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg aufzuzeichnen - dabei erfassten sie sowohl weggeworfene Lebensmitteleinkäufe als auch Speisereste.

Die ungenutzten Dinge wurden während eines einmaligen Interviews ermittelt, in welchem Interviewer und Teilnehmer einen Rundgang durch das Haus (inklusive Dachboden und Keller) unternahmen. Gemeinsam zählten sie die Sachen, welche während der letzten 12 Monate ungenutzt geblieben waren; ausgenommen wurden Kunstwerke und andere Artikel, die ausschließlich dem Zweck der Dekoration dienten.

Der Vergleich dieser beiden Datensätze erlaubte die Berechnung einer Selbsttäuschungsrate in den drei Bereichen Kleidung, Nahrungsmittel und Besitztümer. Auf dieser Basis können die Herkunftsländer der Teilnehmer miteinander verglichen werden.

Quelle:
Discard Studies Compendium: Das Discard Studies Compendium ist ein Projekt von Max Liboiron, Michele Acuto, und Robin Nagle. https://discardstudies.com/discard-studies-compendium/

Zusätzliche Quellen für die Recherche:
Circle Economy: Ein soziales Unternehmen mit Sitz in Amsterdam.
https://www.circle-economy.com/dutch-closet-study/#.W2v7_v4zZ24
Environmental Health Perspectives: Claudio, Luz: Waste Couture: Environmental Impact of the Clothing Industry, Sep 2007.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1964887/
WRAP (Waste & Resources Action Programme): Eine eingetragene Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in Großbritannien.
http://www.wrap.org.uk/sites/files/wrap/VoC%20FINAL%20online%202012%2007%2011.pdf